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Grüner Filmabend: Wald als Klimaschützer und Rohstoffquelle für nachhaltiges Bauen

veröffentlicht am 12. September 2021 vom Wahlkampfteam

Der Schutz naturbelassener Wälder einerseits und die stärkere Nutzung von Holz als Baustoff andererseits – wie das zusammenpasst war Thema beim Filmabend mit anschließender Diskussion auf Einladung der Lübecker Grünen. In Kooperation mit dem Kommunalen Kino KoKi wurde der Film „Der wilde Wald“ gezeigt und mit einem engagierten Publikum im ausgebuchten Kinosaal und den geladenen Gästen Bruno Hönel, Bundestagskandidat für Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Jorkisch, Holzhändler, ehemaliger Präses der IHK und Honorarkonsul der Republik Finnland sowie Eva Blaise, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Naturwaldakademie, angeregt und kontrovers diskutiert.

Bruno Hönel erklärt dazu:

„Naturbelassener Wald, d.h. echte Wildnis, in die der Mensch nicht eingreift, ist zur absoluten Seltenheit in Deutschland geworden. Dabei sind solche Refugien, in denen natürliche Kreisläufe ungestört ablaufen können, enorm wichtig für die Biodiversität. Wir Grüne wollen dieser echten Wildnis daher auf mind. 5% statt nur rund 2,8% (Stand 2019, Quelle: Naturschutzbund Deutschland) der Waldfläche Raum zur Entfaltung geben.

Dabei verlieren wir die zunehmende Nutzung von Holz als Rohstoff nicht aus dem Blick. Häuser in Holzbauweise zu errichten ermöglicht große Treibhausgas-Einsparungen im Vergleich zur Bauweise mit Stahl und Beton. CO2 kann in Holzbauten über Jahrzehnte gespeichert werden und ist bei einer nachhaltiger Waldbewirtschaftung und Holzproduktion/ -verarbeitung in Kaskadennutzung im Vergleich zu konventionellen Bauweisen hochgradig energieeffizient. Holz ist einer der wichtigsten Baustoff der Zukunft. In der Konsequenz bedeutet dies, dass Politik einen klugen gesetzlichen Rahmen für die ökologische Waldbewirtschaftung auf der einen Seite und eine nachhaltige und ressourceneffiziente Holzverarbeitung auf der anderen Seite schaffen muss. Dafür werde ich mich einsetzen!

Vor diesem Hintergrund ist es brandgefährlich, dass unsere Wälder in den letzten Jahren aufgrund des Klimawandels, d.h. durch starke Trockenheit und Stürme, so gelitten haben. Durch die daraus resultierende Schwächung der Bäume hat der Borkenkäfer dem Wald weiter zugesetzt. Wenn weniger Holz nachwächst als gebraucht wird, sind die Folgen sowohl ökologisch als auch ökonomisch verheerend. Daher ist es höchste Zeit, Klimaschutz endlich ernst zu nehmen, den Wald zu schützen und unsere Rohstoffe auf der Basis einer klimaneutralen Kreislaufwirtschaft nachhaltig und sparsam einzusetzen.

Dass dieser Filmabend so gut angenommen wurde und dass die Tickets schon nach kurzer Zeit vergriffen waren, ermutigt uns, dieses Format fortzusetzen. Gesellschaftspolitisch relevante Filme können einen Impuls geben, um miteinander ins Gespräch zu kommen und spannende Diskussion zu führen. Im Kontext dessen möchte ich mich im besonderen Maße bei Bernd Jorkisch und Eva Blaise bedanken, die mit hohem Sachverstand, langjähriger Erfahrung und einer respektvollen Diskussionskultur zu eine sehr fachlichen und lebendigen Diskussion beigetragen haben. Ich freue mich aufs nächste Mal!“

Bernd Jorkisch ergänzt:

„Mir hat es viel Spaß gemacht, mit den Grünen und ihren Gästen zu diskutieren. Und auch wenn wir nicht in allem einer Meinung sind, so gibt es doch viele Gemeinsamkeiten und ein gemeinsames Grundverständnis von der Bedeutung des Waldes und des Baustoffes Holz auf dem wir aufbauen können.

Die Holzwirtschaft ist schon seit über 300 Jahren auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Darauf aufbauend haben wir in den letzten Jahren und Jahrzehnten enorme ökologische Fortschritte gemacht. Plantagenwälder, erst recht mit einem reinen Fichtenbestand, sind fast vollständig verschwunden. Und auch bezüglich Artenvielfalt müssen sich unsere modernen Wirtschaftswäldern nicht mehr hinter naturbelassenen Wäldern verstecken. Wir sind bestrebt, auf diesem Weg weiterzugehen und wollen auch den steigenden Bedarf nach dem klimafreundlichen Baustoff Holz in Zukunft im Einklang mit der Natur erwirtschaften.”